Töne sind anregend und formgebend. Bereits in der graphischen
Darstellung von Grundton und (hier nur einigen) ganzzahligen Vielfachen,
was ja die Charakteristik eines Klanges ausmacht, lassen sich die formgebenden
und ordnenden Kräfte der Schwingungen erkennen. Die nebenstehenden
Figuren zeigen die Oktavierung (Oktavierung = Verdopplung oder Halbierung)
einer Schwingung (oben), den Grundton und die geradzahligen Obertöne
(mitte), so wie den Grundton und ungeradzahlige Obertöne (unten).
Interessant, daß die geradzahligen Obertöne vom Zentrum weg,
die ungeradzahligen durch das Zentrum zu streben scheinen. Ganz unten steht
noch ein Muster aus geradzahligen und ungeradzahligen Obertönen.
In der Ausstellung »Erfahrungsfeld der Sinne« (Zeche Zollverein
in Essen), die von Hugo Kükelhaus initiiert wurde, kann man unter
anderem auf einer mit feinem Sand bestreuten Blechscheibe, die mit einem
Bogen angestrichen wird, sehen, wie ein Ton eine Struktur formt, ein neuer
Ton diese Strukturen auflöst, »Chaos erzeugt«, um dann
aus diesem »Chaos« heraus »seine« Struktur zu bilden,
die wiederum wunderbar harmonische Formen hervorbringt.
Dem deutschen Physiker Ernst F. Chladni, der 1787 diese uns heute
als »Chladnische Klangfiguren« bekannten Figuren publizierte,
verdanken wir diese Entdeckungen. Napoleon soll gesagt haben: »Der
Chladni läßt uns die Klänge sehen.«
Hans Jenny, ein schweizer Landarzt, setzte diese Arbeit in den Fünfziger
Jahren des vorigen Jahrhunderts bis zu seinem Tod 1972, fort. Er untersuchte
jedoch das Schwingungsverhalten unterschiedlicher Substanzen, auch Flüssigkeiten
und darin eingebrachte Festpartikel, bei fest justierten Frequenzen unter
anderem auf Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Er nannte dieses Forschungsgebiet
»Kymatik«. Die »Kymatik« findet heute, nachdem
sie aus ihrem Schlaf des Vergessens geweckt wurde, weltweit größte
Beachtung. Wir verdanken Hans Jenny wunderbare Klangfiguren und Klangbilder,
die an Blüten, kosmische Strukturen usw. erinnern und unter anderem die Erkenntnis,
daß die Bewegung das Lebendige, die Form bereits das Tote ist.
Verblüffend sind gewisse Parallelen in den Strukturen zu den »Botschaften
des Wassers« des japanischen Wissenschaftlers Dr. Masaru Emoto.
Erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch die Arbeit von
Alexander Lauterwasser und seinen beeindruckenden Aufnahmen von Wasser
bei unterschiedlichen Frequenzen.
Unter dem Menüpunkt »Links« finden Sie entsprechende
Verweise zu den Arbeiten der genannten Personen.